Dieses Sprichwort bedeutet, was man alleine machen kann, man nicht mit anderen herumdiskutieren muss, man nicht mit Kompromissen leben will. Ist ja auch ein nicht unwesentlicher Grund sich, selbständig zu machen.

Das war schon immer so, doch nicht nur im Friseurhandwerk ändert sich da gerade so einiges. Online-Shops und die so geliebten sozialen Netzwerke, wo jeder glaubt, sich produzieren zu müssen oder als Beeinflusser, neudeutsch Influencer, seine Mitmenschen beeindrucken und Unternehmen mit Bewertungen oft um Gratisleistungen erpressen zu können. Großteils nicht recherchiertes Geschreibsel. Im Handwerk nennt man das Pfusch oder Murks.

Vor Kurzem wurden die Friseure von ihren Lieferanten noch umgarnt. Durch regelmäßige Besuche, Incentives und mit dem Versprechen, dass die angebotenen Produkte friseurexklusiv, professional, professionell sind. Da hat man sich auch noch um Beratung, nicht nur was den Verkauf betrifft, bemüht. Zugegeben, nicht jeder Friseur ist der geborene Verkäufer, sind ja Kreative. Aber: Ist der Handel noch so klein, bringt er mehr als Arbeit ein.

Darum haben sich die neuen klugen Marketingköpfe der Industrie mit Gewinnoptimierung beschäftigt. Zuerst weniger Außendienst, das spart Personalkosten. Weil der Friseur unsere Produkte nicht zu unserer Zufriedenheit verkauft, machen wir das halt selbst, oder lassen machen. Im Internetz. Und der Onlinehandel blüht. Zu unschlagbar günstigen Preisen, oft günstiger als der Einkauf des Friseurs, werden dort die Profi-
Produkte an das Volk gebracht. Ist ja egal, Hauptsache Shareholders Profit. Was dem Friseur bleibt, sind verärgerte Kunden, oft sogar noch im Salon mit dem Handy in der Hand, Rechtfertigung und Frust ob der nicht wertgeschätzten persönlichen Beratung.

Personal Brand? Viele Friseure haben sich so schon zur Marke gemacht, können ihre Produkte selbst kalkulieren und entgehen so dem immensen Konkurrenzdruck der Online-Anbieter. Was ist zu tun, welche Angebote gibt es und was muss bei der eigenen Markenpflege beachtet werden.

Sind Eigenmarken der Stein der Weisen? Allan, da goldene Stan?


Harald Petr leitet seit 1998 das OVERHEAD-Magazin.

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